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Thematik

1905 gründeten Ida Hoffmann und Henri Oedenkoven auf einem Hügel oberhalb von Ascona das Sanatorium «Monte Verità». Es sollte ein Ort sein, wo das lügnerische Gebaren der Geschäftswelt und die konventionellen Vorurteile der bürgerlichen Gesellschaft überwunden werden. Der Vegetarismus, kombiniert mit Sonnenbad und Lichtluftkuren gehörten zum Kulturprogramm.

Als Zentrum alternativen Lebens hatte der Monte Verità immer wieder die unterschiedlichsten Menschen begeistert: Psychoanalytiker Tanzreformer, Naturapostel, Künstler und Intellektuelle:  Hermann Hesse, Isadora Duncan, Rainer Maria Rilke, Rudolf Steiner, Rudolph von Laban, Richard Strauss, Emile Jacques-Dalcroze, Erich Mühsam, Lenin, Trotzki,...

Das Lebensglück neu definieren, indem man gesellschaftlicher Misere und Umweltverschmutzung den Rücken zukehrt, sich vegetarisch ernährt und barfuss geht... dies waren Bestrebungen, um eine Form «wahrhaftiger» Lebensgemeinschaft zu gründen. Ausserhalb der Gemeinschaft enthüllten die Schicksale einzelner allerdings die Ambivalenz des utopischen Projekts: Gekleidet in Tierfelle irrte Gustav Gräser im bombardierten München umher, als namenloser Bettler verstarb Otto Gross in Berlin, Erich Mühsam unterlag den KZ-Torturen der Nazis, während von Laban in Ergebenheit zu Goebbels Deutscher Ballett-Meister wurde.

Monte Verità war für viele was es hätte sein können, gelebte Utopie, eine Hoffnung und ein Begegnungsort, wo sich die Sehnsucht nach einem Besseren Leben erfüllen sollte.