2016: "l'histoire du soldat"



L’histoire du soldat

Ein Soldat tauscht mit dem Teufel seine Geige gegen ein Buch, das grosse Reichtümer verspricht. Binnen drei Tagen muss er dem Teufel das Geigenspiel beibringen. In Wahrheit jedoch vergehen drei Jahre, sodass der Soldat als Deserteur gilt. Zu Hause erkennen ihn seine Braut, Familie und Freunde nicht mehr. Mit Hilfe des Buches wird er ein reicher Kaufmann, doch das Geld macht ihn nicht glücklich. Er verlässt seine Heimat und irrt durch die Welt, bis er von einer kranken Prinzessin hört, deren Vater jedem, der sie heilen kann, alles geben würde. Bei einem Kartenspiel mit dem betrunkenen Teufel gewinnt der Soldat seine Geige zurück. Durch die Musik heilt er die junge Frau und die beiden werden ein Paar. Doch das Glück währt nicht lange.

– „Die Geschichte vom Soldaten“, ein Werk von Igor Strawinsky und Charles-Ferdinand Ramuz über die Verfallenheit des Menschen an sein Schicksal und die Unerreichbarkeit der sinnlichen Erfüllung.

In der Inszenierung von Le Collectif barbare eignet sich eine Gruppe junger Performerinnen und Performer die faustische Geschichte an und fragt, wie das Märchen heute erzählt werden kann. Wo sich der Stromanschluss in der alten Armee-Reithalle neben der Kaserne befindet, wissen sie. Wie ein Mischpult funktioniert und wie man Baugerüste montiert, Tonaufnahmen produziert, einen Plattenspieler zum Klingen bringt und mit Waschmaschinen, Motoren, Kettenzügen, Transportanlagen und Munition Musik machen kann – alles kein Problem. Nun muss die paramilitärische Truppe ihre Fähigkeiten und Vorstellungen nur noch mit den Musikern des argovia philharmonic zusammenbringen. Ein tragikomischer Konflikt in berührenden, poetischen und schauderhaften Bildern um die Deutungshoheit über ein Schlüsselwerk der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts entbrennt.